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- 18.02.2026 - 08:00 

Mythen der Nachhaltigkeitsbildung entlarvt: Warum Perfektionismus, Ohnmachtsgefühle und methodische Einseitigkeit die Lehre sabotieren – und wie es besser geht

Dr. Stefan T. Siegel zeigt in einem neuen Beitrag für Lehrblick, wie drei zentrale Fehlannahmen die Qualität der Lehre untergraben – und plädiert für eine evidenzinformierte pädagogische Praxis.

In seinem aktuellen Beitrag auf Lehrblick analysiert Dr. Stefan T. Siegel drei verbreitete Fehlannahmen in der Nachhaltigkeitsbildung:

  1. Perfektion als Voraussetzung? Der Mythos, nur „ideale Vorbilder“ könnten BNE vermitteln, führt zu Selbstzensur und Lähmung. Siegel zeigt: Glaubwürdigkeit entsteht durch Transparenz über Trade-offs, nicht durch moralische Makellosigkeit.
  2. Individuelle Ohnmacht? Die Annahme, einzelne Lehrende könnten „nichts bewirken“, ignoriert die Multiplikatorwirkung von Hochschullehre. Jede Lehrveranstaltung ist ein Hebel für kollektive Handlungsfähigkeit.
  3. Direkte Instruktion überholt? Explizite Wissensvermittlung bleibt essenziell – besonders bei komplexen Themen wie Systemdenken. Siegel plädiert für eine phasengerechte Didaktik: Klären, explorieren, gestalten.

Praktische Implikationen:

  • Vorbild-Realismus: Eigene Lernprozesse sichtbar machen.
  • Response-Abilität: Handlungsmöglichkeiten im Systemkontext nutzen.
  • Methodenpluralismus: Strukturierte Inputs mit offenen Formaten verbinden.

Weiterführende Links:

Deutschsprachige Fassung: Nobody is perfect: Drei Mythen, die die Nachhaltigkeitsbildung sabotieren – und wie man sie abbaut

English Version: Nobody is Perfect: Three Myths That Sabotage Sustainability Education – and How to Dismantle Them

Kontakt: Dr. Stefan T. Siegel - Universität St.Gallen (HSG) | unisg.ch

 

Bild: © Lehrblick

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