In seinem aktuellen Beitrag auf Lehrblick analysiert Dr. Stefan T. Siegel drei verbreitete Fehlannahmen in der Nachhaltigkeitsbildung:
- Perfektion als Voraussetzung? Der Mythos, nur „ideale Vorbilder“ könnten BNE vermitteln, führt zu Selbstzensur und Lähmung. Siegel zeigt: Glaubwürdigkeit entsteht durch Transparenz über Trade-offs, nicht durch moralische Makellosigkeit.
- Individuelle Ohnmacht? Die Annahme, einzelne Lehrende könnten „nichts bewirken“, ignoriert die Multiplikatorwirkung von Hochschullehre. Jede Lehrveranstaltung ist ein Hebel für kollektive Handlungsfähigkeit.
- Direkte Instruktion überholt? Explizite Wissensvermittlung bleibt essenziell – besonders bei komplexen Themen wie Systemdenken. Siegel plädiert für eine phasengerechte Didaktik: Klären, explorieren, gestalten.
Praktische Implikationen:
- Vorbild-Realismus: Eigene Lernprozesse sichtbar machen.
- Response-Abilität: Handlungsmöglichkeiten im Systemkontext nutzen.
- Methodenpluralismus: Strukturierte Inputs mit offenen Formaten verbinden.
Weiterführende Links:
Deutschsprachige Fassung: Nobody is perfect: Drei Mythen, die die Nachhaltigkeitsbildung sabotieren – und wie man sie abbaut
English Version: Nobody is Perfect: Three Myths That Sabotage Sustainability Education – and How to Dismantle Them
Kontakt: Dr. Stefan T. Siegel - Universität St.Gallen (HSG) | unisg.ch
Bild: © Lehrblick