Als Teil einer schweizweiten Forschungsgruppe arbeitet das IWP-HSG an der Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft für Fähigkeiten und Kompetenzen. Diese soll es Einzelpersonen ermöglichen, einen fairen Zugang zu Weiterbildungs- und Umschulungsmassnahmen zu erhalten und zukunftssichere Kompetenzportfolios zu entwickeln.
Die Projektidee der SCESC baut auf einer gemeinsamen Sprache der Kompetenzen auf und erfolgt in Abstimmung und Zusammenarbeit mit bestehenden Strukturen des Schweizer Berufsbildungssystem. Im Rahmen des Teilprojekts Individuelles Kompetenzportfolio erarbeitet das IWP-HSG Lösungen, wie Plattformnutzende ihren Kompetenzstand dokumentieren, validieren und Dritten präsentieren können.
Im Fokus der Kompetenzdokumentation steht die Berücksichtigung von sowohl formal als auch non-formal und informell erworbenen Kompetenzen. Die Kompetenzvalidierung soll mit einem Badging-System umgesetzt werden, welches verschiedene Wege des Kompetenzerwerbs anerkennt. Das Endprodukt besteht schliesslich in einem strukturierten, arbeitsmarktrelevanten Competence Vitae, der den Kompetenzstand von Plattformnutzenden ausweist.
In einer sich schnell wandelnden Arbeitswelt sind Arbeitssuchende und Erwerbstätige mit der Herausforderung konfrontiert, sich kontinuierlich neu zu orientieren und ihre Kompetenzen weiterzuentwickeln. Der «Career Boost Advisor» setzt hier an: Die Applikation unterstützt Fachpersonen der schweizerischen IT-Branche dabei, ihre Kompetenzen zu dokumentieren und darauf basierend gezielte Weiterbildungsempfehlungen zu erhalten. Sie entstand in Zusammenarbeit zwischen dem IWP-HSG und zwei Instituten der EPFL und wurde 2024 erstmals auf der Plattform des damaligen Umsetzungspartners «Evrlearn» implementiert. Das Video gibt einen Einblick in die Applikation und ihre Funktionsweise. Die Vertonung des Videos erfolgte mithilfe von ElevenLabs, einem KI-basierten Text-to-Speech-Dienst.
Bildungssystem und Arbeitsmarkt sprechen oft eine unterschiedliche Sprache – das erschwert Orientierung und Passung. Das vom IWP-HSG entwickelte Kompetenz-Rahmenmodell schafft hier Abhilfe: Es verbindet die Perspektive der individuellen Dispositionen (Wissen, Fertigkeiten, Einstellungen) und Handlungskompetenzen (Fach-, Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenzen) über Aufgabenprofile aus der Praxis.
Mit dem Förderinstrument der «Flagship Initiative» will die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung (Innosuisse) systemische und transdisziplinäre Innovationen ankurbeln, die für die aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen in der Schweiz zentral sind. Im Fokus der Initiativen stehen Herausforderungen, die mehrere Akteure betreffen und/oder nur durch deren Zusammenarbeit gemeistert werden können. Mit ihrem systemischen Ansatz ergänzen Flagships bereits gut etablierten, bottom-up-orientierten Innovationsprojekte (Innosuisse, 2022a). Im Januar 2021 hat Innosuisse die erste Ausschreibung für Flagship Initiativen gestartet. Anlässlich dieser wurden 15 Gesuche bewilligt, an welchen insgesamt 85 Schweizer Forschungspartner und 221 Umsetzungspartner (Unternehmen und gemeinnützige Organisationen) beteiligt sind (Innosuisse, 2022b, 2022c).
Eines der 15 bewilligten Forschungsprojekte ist die Swiss Circular Economy of Skills and Competences, bestehend aus einem breit gefächerten Konsortium der Schweizer Hochschulen EHB, EPFL, HSG, UZH, ZHAW, den Implementierungspartnern Evrlearn AG und Axelra AG, sowie den Verbänden SwissBanking, Arbeitgeber Banken, SwissICT und SwissMem.
Von der Forschungsarbeit sollen langfristig auch Unternehmen und Bildungsanbieter profitieren: Unternehmen erhalten eine Plattform, um Qualifikationslücken zu erkennen und zu schliessen, und Bildungsanbietern werden nachhaltige Schulungskonzepte und ein neuer Zugang zur Kurserstellung angeboten (Innosuisse, 2022c).

Wir freuen uns, dass unsere Forschungsarbeit mit einem HSG Impact Award 2026 ausgezeichnet wurde. Anlässlich dieser Ehrung wurde das folgende Video erstellt, das einen Überblick über die Flagship Initiative Swiss Circular Economy of Skills and Competences gibt.